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Schindler + Richter – Kleine Klassiker
So sollte Musik nicht mehr entstehen. Man kennt heute – zumindest aus
der Welt des Jazz und der improvisierten Musik – nahezu ausschließlich
so genannte „Projekte“, bei denen Musiker sich um eine verschieden
substantielle Idee scharen und ihre jeweilige Technik einbringen. Das bringt
gelegentlich gute Resultate. Es gibt aber auch eine andere Tradition: Musiker,
die über Jahre und Jahrzehnte zusammen arbeiten, an einander wachsen,
sich befruchten. Nur selten – Duke Ellingtons Orchester, das Modern Jazz
Quartet, das Art Ensemble of Chicago - überleben solche Verbindungen die
Marktsituation. Udo Schindler und Stephan Richter finden sich seit etwa zwei
Jahren in einer ökonomisch völlig uninteressierten Situation zusammen,
um zu spielen um des Musizierens willen. Über den Zeitraum eines halben
Jahres hinweg entstehen bei solchen zweiwöchentlichen Sessions eine Reihe
von Aufnahmen – ohne Studio, ohne das Gekünstelte einer Aufnahmesituation.
Aufnahmen ohne jede Absprache der Musiker untereinander, komplett improvisiert
und aus dem Moment geboren. Diese CD lässt acht Segmente aus dieser Kette
kleiner Klassiker hören. So sollte Musik entstehen.
Zu
den Musikern:
Udo Schindler lebt und arbeitet als Architekt
südlich von München. Er veröffentlichte
Lyrik und arbeitete am Theater. Als Musiker war er bei
verschiedenen Festivals und Konzerten Neuer Musik auch
international tätig, trat in Italien, Tschechien,
Rumänien, Belgien, Österreich und Frankreich
auf und spielte unter anderem mit Eddie Prevost, Sebi
Tramontana, Gerry Hemingway, Jürg Solothurnmann,
u.a.
Stephan Richter ist promovierter Amerikanist, lebt südlich von München.
Jazzkritiker, Lehrbeauftragter für Jazzgeschichte an der Hochschule für
Musik Würzburg, Autor von Lyrik und Theaterstücken. Als Klarinettist
spielte er unter anderem mit dem afroamerikanischen Lyriker Kalamu Ya Salaam,
der Performancegruppe ACWOB und der Independent-Rockband „Alles wie groß“,
kehrte 2001 zu seinem Ursprungsinstrument Gitarre zurück.
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