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NN/ERL/LOKAL/LOKAL1 - Mo 25.06.2007 - STADT ERLANGEN

Kirchner-Tochter verspricht „Flucht nach Ägypten“
30 Jahre Burgberggarten, 25 Jahre Skulpturengarten:
Dichtes Jubiläumsprogramm und eine angekündigte Schenkung

…Vor 25 Jahren, am 12. Mai 1982, wurde nämlich anlässlich des 80. Geburtstages des Erlanger Bildhauers Heinrich Kirchner der gleichnamige Skulpturengarten mit 17 Großplastiken aus Bronzeguss eröffnet.

Das Programm startete mit einem Konzert des Erlanger Musikers Klaus Treuheit und seinem Ensemble. Die Musikperformance „Spielraum 12“ für sechs Musiker (neben Treuheit der Wuppertaler Christoph Irmer an
der Violine, der Ravensburger Bassist Klaus Füger, der Kölner Saxofonist Georg Wissel, der Münchner Klarinettist Udo Schindler und der Göttinger Bassklarinettist Ove Volquartz) erwies sich wie erwartet dem zu feiernden Gegenstand angemessen — mystische Klangfiguren, nichts zum Mitschnippen und Mitwippen.

pm


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hermannstädter Zeitung

Datum: Freitag, 20.Oktober. 2006@ 12:16:13 EEST
Thema: Kurznachrichten



Zum zweiten Mal fand das „Jazz and More“-Festival im Thaliasaal statt

Mit einer bunten Palette an improvisierten Musikaufführungen verwöhnten internationale Künstler letztes Wochenende das Hermannstädter Auditorium beim „Jazz and More“-Festival im Thaliasaal. An drei Abenden verwandelte sich die Bühne in eine farbenprächtigen Kulisse und die improvisierte und elektronische Musik, New Jazz und viele andere Jazzarten, ließen der Phantasie der Zuhörer freien Lauf. Im Atrium-Cafe mischten sich die Künstler unter das Volk und boten ihnen Ausschnitte aus dem Festival an.

Klavier, Cello, Schlagzeug, Blasinstrumente und technische Ausrüstungen schmückten die Bühne im Thaliasaal. Die Jazzmusiker aus Deutschland, Polen, Neuseeland, der Schweiz und Rumänien boten ein Wechselbad der Musikarten an. Zum Auftakt improvisierten der Schweizer Saxophonist Jürg Solothurnmann und der Gitarrist Matthew Mitchel aus Neuseeland in einem halb leeren Saal. Jürg Solothurnmanns Devise lautet: „Improvisierte Musik ist eine Herausforderung.“ Der Schweizer war vor 18 Jahren erstmals in Hermannstadt aufgetreten und sagt: „Nächstes Jahr komme ich wieder.“

Am zweiten Abend wippten die Köpfe des Publikums im Takt mit dem Ion Baciu Trio, das auch Stücke für Liebhaber von „klassischem Jazz“ vortrug. Das polnische Duo Robert Piotrovicz und Ana Zaradny bot mit elektronischer Musik, begleitet von Saxophon, Gitarre und Laptop, herausfordernde Momente.

Mit improvisierten Stücken verblüfften am letzten Abend des Festivals die deutschen Musiker Udo Schindler und Dr. Stephan Richter die Anwesenden. Schindler kommentierte: „Das Publikum ist sehr aufmerksam und neugierig.“ Die zwei deutschen Künstler waren zum ersten Mal in der zukünftigen Kulturhauptstadt Europas und waren von Hermannstadt sehr begeistert. „Mir gefällt Hermannstadt sehr“, sagte Dr. Stephan Richter. Und Udo Schindler fügte hinzu, daß sie nächstes Jahr wieder kommen werden.

Der Hermannstädter Jazzpianist und Komponist Mircea Tiberian zusammen mit dem JAM Ensemble, stellten zum Abschluß das eigenwillige Musikstück „The Tree?“ (der Baum) vor. Mircea Nicula Streit, der Art Director des Jazzfestivals war mit der diesjährigen Veranstaltung sehr zufrieden. Er werde aber weiter kämpfen, damit die freie und kreative Jazzkultur auch in Hermannstadt ein Zuhause findet. „Ich möchte musikalische Brücken schaffen zwischen Rumänien, Europa und Amerika“, sagt der Hermannstädter. Sorana BRADU

Hermannstädter Zeitung
Nr. 2002/20. Oktober 2006


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wörthsee

Klangbauten

Kleine Klassiker der
Improvisierten Musik


von Manfred Kaiser

Improvisierte Musik führt in ländlichen Gebieten ein Schattendasein. In größeren Städten wie München, Nürnberg oder Würzburg hat sie ein Zuhause, dort wo Musikhochschulen oder Konservatorien Menschen binden, deren Interesse für Musik der Gegenwart grundsätzlich geweckt ist.

Schade, denn Improvisierte Musik wäre gerade für den ländlichen Raum eine Bereicherung. Sie ist keineswegs eine, wie der Name unterstellt, die ihre Komposition dem Zufall überlässt, sondern eine, die aus der gezielten Vorbereitung heraus im originären Augenblick musikalische Bauwerke setzt beziehungsweise inszeniert. Einbezogen werden vermeintlich passive Elemente wie der Raum, in dem gespielt wird, oder auch das Publikum, das als integrierter Klang-körper aktiviert wird.

Udo Schindler arbeitet so – von Wörth see aus. Er ist hauptberuflich Architekt, veröffentlichte Lyrik, arbeitete am Theater. Als Musiker nahm er bereits an verschiedenen Festivals und Konzerten Neuer Musik im In- und Ausland teil. Er spielte unter anderem mit Eddie Pre vost, Sebi Tramontana, Gerry Heming way oder Jürg Solothurnmann. Musikalisch tätig ist er in verschiedenen Formationen. Ihm ist wichtig, dass Duos und Ensembles keine kurzzeitigen Projekte sind, sondern längerfristig zusammen arbeiten, einander inspirieren, gemein sam Traditionen entwickeln. In größerer Besetzung spielt Udo Schindler mit dem Improvisationsorchester „munich instant II“, zu zweit mit Margarita Holz bauer, Harald Lillmeyer, dem Duo 48Nord sowie mit Stephan Richter, mit dem Schindler zuletzt den Tonträger „Kleine Klassiker“ herausgab.

Udo Schindler und Stephan Richter, Jazzkritiker und Lehrbeauftragter für Jazzgeschichte an der Hochschule für Musik in Würzburg, finden sich seit etwa zwei Jahren zu ökonomisch uninteressierten Begegnungen zusammen, um zu musizieren. Über ein halbes Jahr hinweg kommt es zu zweiwöchigen Treffen, in der eine Reihe von Aufnahmen entstehen – ohne Studio, ohne das Gekünstelte einer Aufnahmesituation, komplett
improvisiert und aus dem Moment her aus geboren. Der aktuelle Tonträger enthält acht Segmente aus einer Reihe kleiner Klassiker, samt und sonders Er-gebnisse eines außergewöhnlichen Zu-sammenspiels.

Dieser Musik ist der Einzug in klassische Aufführungsräume des Münchner Umlandes zu wünschen. Was wäre das für ein Klang – in historischen Kirchen, Klöstern oder Schlössern! Was wäre das für ein Aufbruch in die Gegenwart!

Informationen über Udo Schindler, Maistraße 1, 82237 Wörthsee, Telefon 08153/990707, www.arch-musik.de



 

 

 

 


freiStil-MAGAZIN FÜR MUSIK Nr.14, Juli 2007
SCHINDLER+RICHTER
kleine klassiker

Eine kleine Haus(bau)musik. Im Umkehrschwung von Frank Lloyd Wrights Aussage, Architektur sei gefrorenen Musik, betreibt der Architekt Udo Schindler mit dem Amerikanisten und Jazzkritiker Stephan Richter kleinen, feinen Freejazz zum Selbstzweck. Ohne ökonomische Zwänge trifft man sich zweiwöchentlich zum Musizieren resp. Improvisieren. Gelegentliche Konzerte, zumeist in Galerien, und dieses CD-Debüt reichen punktuell über den privaten Charakter hinaus. Danach geht’s wieder hinein in die eigenen vier Wände.

Ein unspektakuläres, symphatisches Duo. (felix)


 

 

SCHINDLER + RICHTER - Kleine Klassiker (Arch.Musik 001):
„ Der Stephan ist halt ein Jazzer“, erklärt der Architekt, Lyriker, Klarinettist und Saxophonist Udo Schindler fast etwas entschuldigend und meint damit seinen Partner, der an der Hochschule für Musik Würzburg Jazzgeschichte lehrt. Richter spielt hier, wie auch schon in Michael Heilraths Hausmusikformation Alles Wie Groß, Gitarre(n). In regelmäßigen informellen Tête-a-têtes südlich von München, wo beide leben, breiteten sie ihre geistigen Schwingen aus, um über Schneefelder und Luftschlösser zu schweben, um wie Tom und Huckleberry im Heu zusammen zu träumen und in glücklicher Farbigkeit Lüftlmalerei zu pinseln, während der Klang der Stadt hinter dem Horizont nur zu ahnen ist. Münchner kennen die beiden vielleicht schon im Trio Wortschall, das Barocklyriklesungen der als BR-Sprecherin bekannten Beate Himmelstoß musikalisch einbettet. Ihre acht ‚kleinen Klassiker‘, die als Erstes mit einer Widmung an Derek Bailey den bayerischen Klangraum aufsprengen, vermeiden die Klischees der abstrakten Improvisation, gerade weil sie keine Vermeidungshaltung einnehmen. Wie in einem Bild von Escher kippen Treppauf und Treppab, so dass man beim Aufstieg in den Postjazz Echos von Pee Wee Russell und Billy Bauer herum geistern hört und beim Abstieg in die Zeit vor Giuffre auf Theo Jörgensmann und John Russell stößt. Ohne ideologische Sperrigkeit verbreitet diese Stegreifkammermusik ihre Reize, zu denen neben der gekonnt unorthodoxen Tonsprache, der abgeklärten Selbstverständlichkeit von Mehrklängen, Mikrotönen, Zirkularatmung oder Flageolettgriffen, die völlige Hingabe der beiden an ihre Schmetterlingsjagden gehört. Mit dem träumerischen Titelstück pflückten sie ein besonders schönes Prachtexemplar aus der Luft. [ba 61 rbd]
Bad Alchemy
Rigobert Dittmann
Franz-Ludwig-Str.11
97072 Würzburg

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SCHINDLER + RICHTER – "Kleine Klassiker" (Little Classics) / (Arch.Musik 001):
Of his partner, Stephan Richter, who teaches jazz history at the Wuerzburg Aca-demy of Music, Udo Schindler, himself an architect, lyricist, clarinetist and saxo-phonist, says - almost by way of an apology - "He's just a jazz freak". Here, Richter plays guitar(s) just as be did in Michael Heilrath's hausmusik ensemble "Alles wie groß". Regular, informal tête-a-têtes at their homes south of Munich give them an opportunity to spread their spiritual wings to glide over snow-covered fields and lofty castles, dreaming in the hay like Tom and Huck and painting the sky in the brightest of hues, whilst the sounds of the city are only just discernible on the distant horizon. Munich's music lovers may already know the two of them from their performances as part of the trio "Wortschall" who provide the musical foundations for the baroque lyric poetry readings of Beate Himmelstoß, the announcer and narrator at the Bayerischer Rundfunk. Their eight "little classics" start by blowing open the Bavarian sound arena with a dedication to Derek Bailey and avoid the clichés of abstract improvisation simply by consciously avoiding any attempt at avoidance. Like an Escher painting, stairs lead up and down at the same time, giving us echos of Pee Wee Russell and Billy Bauer as we make our way up to post-jazz and leading us to Theo Jörgens-mann and John Russell as we make our way down to the pre-Giuffre era. This spontaneous chamber music conceals nothing remotely related to staid ideology. Besides giving us a skillfully unorthodox sound language and a totally laissez-faire approach to harmonies, microtones, circular breathing or harmonics, the music radiates all manner of stimuli best epitomised by the complete dedication of the two musicians to their hunt for butterflies. And the dreamy title piece is probably one the most beautiful specimens they have caputured. [ba 61 rbd]

Translation: stephen mcmahon


 

SCHINDLER+RICHTER
kleine klassiker
Eine kleine Haus(bau)musik. Im Umkehrschwung von Frank Lloyd Wrights Aussage, Architektur sei gefrorenen Musik, betreibt der Architekt Udo Schindler mit dem Amerikanisten und Jazzkritiker Stephan Richter kleinen, feinen Freejazz zum Selbstzweck. Ohne ökonomische Zwänge trifft man sich zweiwöchentlich zum Musizieren resp. Improvisieren. Gelegentliche Konzerte, zumeist in Galerien, und dieses CD-Debüt reichen punktuell über den privaten Charakter hinaus. Danach geht’s wieder hinein in die eigenen vier Wände.
Ein unspektakuläres, symphatisches Duo. (felix)

freiStil-MAGAZIN FÜR MUSIK Nr.14, Juli 2007

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SCHINDLER+RICHTER - kleine klassiker
Purpose-built hausmusik. Inverting the notion that "architecture is frozen music", the architect Udo Schindler and the American studies professional and jazz critic Stephan Richter create and perform their own special minibrand of free jazz just for the fun of it. Making money is the last thing on their minds during their once-fortnightly music and improvisation sessions. Occasional concerts – usually in galleries – and this, their debut CD, sometimes overstep the private nature of their musician-ship. Then it's back to the comfort of their own home.
An unspectacular, pleasant duo. (felix)

freiStil - MAGAZIN FÜR MUSIK No.14, July 2007
translations by stephen mcmahon



Interaktives Klangabenteuer kleiner Klassiker

Mal mit geballter Energie, mal in entrückter Ferne:
Ein Musiker mit zwei sehr unterschiedlichen CDs
Gelingt es, bestimmte Begriffe zu abstrahieren, so zeigen Musik und Architektur erstaunliche Übereinstimmungen. Beide werden etwa aus Strukturen, Mustern, Linien, Flächen, Motiven, Themen, harmonischen oder dissonanten Proportionen, Räumen oder Farbklängen aufgebaut. Udo Schindler, der Architekt und Musiker zugleich ist, abstrahiert bereits seit Jahrzehnten. Wie er im Architekturentwurf auf örtliche Gegebenheiten reagiert, so ist er auch beim schöpferischen Musizieren - also bei Improvisieren – in der Lage, spontan auf Situationen oder Mitspieler reagieren. So ist es eine logische Konsequenz, dass seine CDs sehr unterschiedlich ausfallen.
Mit der B-Klarinette, dem Sopran- und Tenorsaxophon begegnete er 2006 dem
E-Gitarristen Stephan Richter mit teils geballter Energie. Richter, Lehrbeauftragter für Jazzgeschichte an der Musikhochschule Würzburg, provozierte ihn dabei mit seinem ordnenden Unterbau zu Ausbrüchen, zu emotionalen Kontrapunkten, die das Konstruktive in Bewegung versetzt, ohne die Geschlossenheit der Form zu zerstören. Entstanden ist eine überaus suggestive Musik, die das Duo auf der CD „Kleine Klassiker“ zu Titeln animierte, wie „Flügel im Raum“, „Im Heu zusammen“ oder „Der Klang der Stadt“. Die Musiker versuchen so, die bildhafte Assoziation in Worte zu fassen.
… Eine Musik, die wenig mit passiv konsumierbarer Unterhaltung zu tun hat, doch ein fesselndes Klangabenteuer bietet.
Reinhard Palmer

Süddeutsche Zeitung STA / Nr.53 - 05.03.2009

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Interactive sound adventure of little classics
At times full of energy, at other times completely distant:
A musician with two very different CDs
If you succeed in rendering certain definitions completely abstract, then music and architecture have a surprising number of common denominators. Both are made up of structures, patterns, lines, planes, motifs, themes, harmonic and dissonant pro-portions, spaces or shades. Udo Schindler – both an architect and a musician - has been a master of abstraction for many years. Just as he reacts to the prevailing conditions when designing a structure, so too is he capable of reacting spontan-eous-ly to situ-ations or fellow-performers when playing inventive music, that is to say, when he is improvising. Therefore, it is only logical that no two of his CDs are the same.
In 2006 and armed with the B-flat clarinet, the soprano and the tenor saxophone, he encountered Stephan Richter, often with undiluted energy. Following an order-ed substructure, Richter, a jazz history tutor at the Wuerzburg Academy of Music, provoked him to outbursts, to emotional counterpoints which set the constructive aspects in motion without destroying the form's coherence. The result, a CD entitled "Kleine Klassiker", is acutely suggestive music which animated the duo to create titles like "Flügel im Raum", "Im Heu zusammen" or "Der Klang der Stadt"*. It is in this way that the musicians try to give verbal expression to the pictorial association.
… This is music which has little to do with passively consum-able enter-tainment; instead, it offers a gripping sound adventure.
Reinhard Palmer

Translation: Stephen McMahon
Süddeutsche Zeitung STA / No.53 - 5 March 2009
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Klangbauten
Kleine Klassiker der Improvisierten Musik
von Manfred Kaiser
Improvisierte Musik führt in ländlichen Gebieten ein Schattendasein. In größe-ren Städten wie München, Nürnberg oder Würzburg hat sie ein Zuhause, dort wo Musikhochschulen oder Konservato-rien Menschen binden, deren Interesse für Musik der Gegenwart grundsätzlich geweckt ist.
Schade, denn Improvisierte Musik wäre gerade für den ländlichen Raum eine Bereicherung. Sie ist keineswegs eine, wie der Name unterstellt, die ihre Kom-position dem Zufall überässt, sondern eine, die aus der gezielten Vorbereitung heraus im originären Augenblick musi-kalische Bauwerke setzt beziehungs-weise inszeniert. Einbezogen werden vermeintlich passive Elemente wie der Raum, in dem gespielt wird, oder auch das Publikum, das als integrierter Klangkörper aktiviert wird.
Udo Schindler arbeitet so – von Wörth-see aus. Er ist hauptberuflich Architekt, veröffentlichte Lyrik, arbeitete am Thea-ter. Als Musiker nahm er bereits an ver-schiedenen Festivals und Konzerten Neuer Musik im In- und Ausland teil. Er spielte unter anderem mit Eddie Pre-vost, Sebi Tramontana, Gerry Heming-way oder Jürg Solothurnmann. Musika-lisch tätig ist er in verschiedenen Forma-tionen. Ihm ist wichtig, dass Duos und Ensembles keine kurzzeitigen Projekte sind, sondern längerfristig zusammen arbeiten, einander inspirieren, gemein-sam Traditionen entwickeln. In größerer Besetzung spielt Udo Schindler mit dem Improvisationsorchester „munich instant II“, zu zweit mit Margarita Holz-bauer, Harald Lillmeyer, dem Duo 48Nord sowie mit Stephan Richter, mit dem Schindler zuletzt den Tonträger „Kleine Klassiker“ herausgab.
Udo Schindler und Stephan Richter, Jazzkritiker und Lehrbeauftragter für Jazzgeschichte an der Hochschule für Musik in Würzburg, finden sich seit etwa zwei Jahren zu ökonomisch uninteres-sierten Begegnungen zusammen, um zu musizieren. Über ein halbes Jahr hinweg kommt es zu zweiwöchigen Treffen, in der eine Reihe von Aufnahmen entste-hen – ohne Studio, ohne das Geküns-telte einer Aufnahmesituation, komplett improvisiert und aus dem Moment her-aus geboren. Der aktuelle Tonträger enthält acht Segmente aus einer Reihe kleiner Klassiker, samt und sonders Ergebnisse eines außergewöhnlichen Zusammenspiels.
Dieser Musik ist der Einzug in klassische Aufführungsräume des Münchner Um-landes zu wünschen. Was wäre das für ein Klang – in historischen Kirchen, Klös-tern oder Schlössern! Was wäre das für ein Aufbruch in die Gegenwart!

KULTURLAND



Schindler + Richter
» Kleine Klassiker«
Arch.Musik
 
Geometrische Audio-Abstraktionen mit ungebändigter, psychagogischer Formkraft. Der Tonträger setzt sich aus acht fragmentarischen Topografien zusammen: unbeirrt kommunizierende Gegenüberstellungen, deutsche Klangarchitekturen mit einer rohen Anmut. Auf dieser Building-Site wird der Perfektion einer ebenen Grundfläche ein improvisatorisches terrain vague mit gefurchter Krumme entgegengehalten. Die Beschränkung auf rein akustisches Baumaterial (Bb-Klarinette, Soprano- und Tenorsax und Gitarren) ist der in Szene gesetzten Klangfusionsenergie diametral entgegengesetzt. Hier wird nicht an einem Niedrig- oder Null-Energie-Doppelhaus herumgepfuscht, sondern mit versierter techne an poetisch-betitelten Zimmern im als Luftschloss camouflagierten Zwei-Mann-Zeltturm getüftelt. Diese nicht barrierefreien Setzungen eignen sich ausgezeichnet für gedankliche dérives vor oder nach einem afternoon delight. Oder, um mit einem Zitat von Richard Serra unerotisch zu enden: »this alignment contracts the intervals of the space – not as drawing or linear configuration but as volume as space contained«.

MICHAEL-FRANZ WOELS – skug79

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Schindler + Richter
" Kleine Klassiker"
Arch.Musik
 
Geometric audio abstractions with unbridled, psychagogical shaping power. The CD comprises eight fragmentary topographies; unwaveringly communicating comparisons, German sound architectures with unwrought grace. On this building site, the perfection of a level plot of land is juxtaposed against an improvisational terrain vague of furrowed earth. The limitation to purely acoustic construction materials (B-flat clarinet, soprano and tenor saxophone, guitars) is diametrically opposed to the staged sound fusion energy. This is not some slap-dash attempt at knocking together a low- or zero-energy house; it is more an experiment whose objective is to use skilled techne to create poetically named rooms in a two-man tented tower which has been artistically camouflaged as a castle in the air. These non-barrier-free subsidences are ideally suited for intellectual dérives before or after an afternoon delight. Or to conclude unerotically with a quote from Richard Serra, "this alignment contracts the intervals of the space – not as drawing or linear configuration but as volume as space contained".

Translated by Stephen McMahon
MICHAEL-FRANZ WOELS


 

Info Schindler + Richter – Kleine Klassiker
So sollte Musik nicht mehr entstehen. Man kennt heute – zumindest aus der Welt des Jazz und der improvisierten Musik – nahezu ausschließlich so genannte „Projekte“, bei denen Musiker sich um eine verschieden substantielle Idee scharen und ihre jeweilige Technik einbringen. Das bringt gelegentlich gute Resultate. Es gibt aber auch eine andere Tradition: Musiker, die über Jahre und Jahrzehnte zusammen arbeiten, an einander wachsen, sich befruchten. Nur selten – Duke Ellingtons Orchester, das Modern Jazz Quartet, das Art Ensemble of Chicago - überleben solche Verbindungen die Marktsituation. Udo Schindler und Stephan Richter finden sich seit etwa zwei Jahren in einer ökonomisch völlig uninteressierten Situation zusammen, um zu spielen um des Musizierens willen. Über den Zeitraum eines halben Jahres hinweg entstehen bei solchen zweiwöchentlichen Sessions eine Reihe von Aufnahmen – ohne Studio, ohne das Gekünstelte einer Aufnahmesituation. Aufnahmen ohne jede Absprache der Musiker untereinander, komplett improvisiert und aus dem Moment geboren. Diese CD lässt acht Segmente aus dieser Kette kleiner Klassiker hören. So sollte Musik entstehen.
Zu den Musikern:
Udo Schindler lebt und arbeitet als Architekt südlich von München. Er veröffentlichte Lyrik und arbeitete am Theater. Als Musiker war er bei verschiedenen Festivals und Konzerten Neuer Musik auch international tätig, trat in Italien, Tschechien, Rumänien, Belgien, Österreich und Frankreich auf und spielte unter anderem mit Eddie Prevost, Sebi Tramontana, Gerry Hemingway, Jürg Solothurnmann, u.a.
Dr. Stephan Richter ist promovierter Amerikanist, lebt südlich von München. Jazzkritiker, Lehrbeauftragter für Jazzgeschichte an der Hochschule für Musik Würzburg, Autor von Lyrik und Theaterstücken. Als Klarinettist spielte er unter anderem mit dem afroamerikanischen Lyriker Kalamu Ya Salaam, der Performancegruppe ACWOB und der Independent-Rockband „Alles wie groß“, kehrte 2001 zu seinem Ursprungsinstrument Gitarre zurück.Info Schindler + Richter – Kleine Klassiker

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This is no longer the way to make music. In the world of jazz and improvised music, we hear about almost nothing else apart from so-called "projects" in which musicians crowd around a disparately substantive idea and contribute their own special technique. The results are sometimes good. However, there is another tradition, namely that of musicians who work together for years and years, who grow together and who nurture and encourage each other. It is rare that such liaisons survive the realities of the marketplace – Duke Ellington's Orchestra, the Modern Jazz Quartet and the Art Ensemble of Chicago are examples of the survivors. For roughly two years now, Udo Schindler and Stephan Richter have been getting together to play, just for the sake of making music and not for the sake of making an economic success out of their venture. Over the space of six months, their fortnightly sessions have produced a series of recordings – without a studio and all the fuss that goes with regular recording sessions. Recordings without any prior discussion between the musicians, totally improvised and born out of the moment. This CD gives us eight links from this chain of "little classics". This is the way to make music.
About the musicians:
Udo Schindler lives and works as an architect just south of Munich. He has pub-lished lyrical poetry and has worked in the theatre. He has worked nationally and internationally as a musician at various festivals and concerts of contemporary music, performing in Italy, the Czech Republic, Romania, Belgium, Austria and France playing with Eddie Prevost, Sebi Tramontana, Gerry Hemingway, Jürg Solothurnmann and other musicians.
Stephan Richter has a Doctorate in American Studies and lives just south of Munich. A jazz critic and teacher of jazz history at the Wuerzburg Academy of Music, he has also written lyrical poetry and plays. As a clarinetist, he also played with the African-American lyricist Kalamu Ya Salaam, the performance group ACWOB and the inde-pendent rock band "Alles wie groß". He returned to playing his original instru-ment, the guitar, in 2001.
Translations: Stephen McMahon
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kontakt:
arch-musik, udo schindler, bräuhausstr.4a, 82152 planegg,
t. (0049)-089/89544997, 0173/9856159,

mailto:schindler@arch-musik.de

www.arch-musik.de

 

rot – schindler/holzbauer/lillmeyerUDO SCHINDLER, Freispieler an Sopranosaxophon & Bassklarinette im oberbayrischen Wörthsee, lässt sich zusammen mit der Münchner Cellistin MARGARITA HOLZBAUER und dem nach München zugereisten Gitarristen HARALD LILLMEYER, beides Grenz- und Draufgänger an den Abgründen und Untiefen neuester und namenloser Musik, nicht aufhalten, wenn die Ampel Rot (cs151) zeigt. Lillmeyer ist dabei durch seine Gastspiele beim Ensemble Recherche und als Interpret von Scelsi oder Riehm sowie mit dem E-Gitarren-Quintett Go Guitars der bekannteste der Drei, die sich im Munich Instant Orchestra kennenlernten. Seine Partner stehen ihm aber, was extended techniques angeht, nicht nach, und so schrammt diese Folge von 15 Improvisationen an den Leitplanken der Tonalität entlang mit bruitistischem und mikrotonalem Gusto, der die Unterscheidbarkeit von akustischen und elektronischen Klängen, die Lillmeyer generiert, und sogar die der Instrumentalstimmen selbst verwischt. Was da Finger krabbeln oder der Mund pluckert, was die Lippen hauchen, der Cellobogen schabt oder das Plektrum kratzt, das wird nur bei genauem Lauschen deutlich. Doch im Handumdrehen und mit dem nächsten Atemzug schäumen Kontraste auf, nur um wieder in den Klangstrom einzutauchen, den die Drei als passionierte Geisterfahrer nur gegen die Strömung befahren. Tönt das Cello gediegen sonor, franst es schon an den Rändern diskant aus, sind die Klänge mal ruhig und anhaltend, faucht die Elektronik giftig dagegen an oder ätzt ein gähnendes Loch in das dröhnminimalistische Klangfeld, so dass Makrospannung und Mikrospannungen wechselweise summen, zischen oder Funken sprühen. In gezackte, schorfige oder mühsam geglättete Laute bohrt und flammt die verfremdete Gitarre stechende und beißende oder undefinierbar knirschende, die sich als Celloknarzen entpuppen, wenn die Gitarre unvermutet erst einsetzt. Hier ist vieles trügerisch, aber man lauscht ja auch jenseits von Rot quasi unbefugt und auf eigene Gefahr. [ba 61 rbd]

www.badalchemy.com
Bad Alchemy - Rigobert Dittmann
Franz-Ludwig-Str.11
D-97072 Würzburg



 

SCHINDLER / HOLZBAUER / LILLMEYER
rot
Creative Sources / Extraplatte / rec: 08
Udo Schindler (ss, bcl), Margarita Holzbauer (vc),
Harald Lillmeyer (g, e)
Von wenigen, charmanten Ausflügen in die etwas lautstärkere Nachbarschaft abgesehen, dominiert auf „rot“ stilles, konzentriertes Improvisieren. Von zart bis zerbrechlich reicht das Spektrum der feinen, fein ausgetüftelten Konstruktionen. Entstanden aus der Zusammenarbeit im Munich Instant Orchestra, versammeln sich die Einflüsse dieses Trios aus den – oft unterschiedlichen – Richtungen Kammermusik, Jazz, Experiment, Alter und zeitgenössischer E-Musik. Dieses weitläufige Gerinnsel stellen Schindler, Holzbauer & Lillmeyer elektronischen, präparierten, multi-phonischen und mikrotonalen Errungenschaften gegenüber. Und siehe da: Aus diesem multiplen, vielsprachig veranlagten Bastard entstehen wiederum neue Geschöpfe. Wachsen neue Klangflächen, auf denen die Durchdringungen und Durchmischungen fröhliche Urständ feiern. Diese hübsch hybride Musik funktioniert wie ein Kartenspiel: mischen, geben, spielen. Abheben nicht vergessen! (felix)

www.freistil.klingt.org
freistil, andreas fellinger
eferdinger str.9, a-4600 wels


 

 

schindler/holzbauer/lillmeyerrot
Das Trio aus Wörthsee sieht sich selbst an den ‚Abgründen und Untiefen neuester und namenloser Musik’, was schon mal für Spannung sorgt. Mit sopransaxophon, Bassklarinette, Violoncello, E-Gitarre und Elektronik erzeugen sie dabei eine ungewöhnliche Mischung aus freiem Jazz, und experimentell-zeitgenössischer Musik, die man vielleicht am ehesten als improvisierte Kammermusik bezeichnen könnte

in münchen, Nr.4 / Do 5.2. - Mi 18.2.2009, HEIMSPIEL – Platten aus München


rot – schindler/holzbauer/lillmeyer
UDO SCHINDLER, Freispieler an Sopranosaxophon & Bassklarinette im oberbayrischen Wörthsee, lässt sich zusammen mit der Münchner Cellistin MARGARITA HOLZBAUER und dem nach München zugereisten Gitarristen HARALD LILLMEYER, beides Grenz- und Draufgänger an den Abgründen und Untiefen neuester und namenloser Musik, nicht aufhalten, wenn die Ampel Rot (cs151) zeigt. Lillmeyer ist dabei durch seine Gastspiele beim Ensemble Recherche und als Interpret von Scelsi oder Riehm sowie mit dem E-Gitarren-Quintett Go Guitars der bekannteste der Drei, die sich im Munich Instant Orchestra kennenlernten. Seine Partner stehen ihm aber, was extended techniques angeht, nicht nach, und so schrammt diese Folge von 15 Improvisationen an den Leitplanken der Tonalität entlang mit bruitistischem und mikrotonalem Gusto, der die Unterscheidbarkeit von akustischen und elektronischen Klängen, die Lillmeyer generiert, und sogar die der Instrumentalstimmen selbst verwischt. Was da Finger krabbeln oder der Mund pluckert, was die Lippen hauchen, der Cellobogen schabt oder das Plektrum kratzt, das wird nur bei genauem Lauschen deutlich. Doch im Handumdrehen und mit dem nächsten Atemzug schäumen Kontraste auf, nur um wieder in den Klangstrom einzutauchen, den die Drei als passionierte Geisterfahrer nur gegen die Strömung befahren. Tönt das Cello gediegen sonor, franst es schon an den Rändern diskant aus, sind die Klänge mal ruhig und anhaltend, faucht die Elektronik giftig dagegen an oder ätzt ein gähnendes Loch in das dröhnminimalistische Klangfeld, so dass Makrospannung und Mikrospannungen wechselweise summen, zischen oder Funken sprühen. In gezackte, schorfige oder mühsam geglättete Laute bohrt und flammt die verfremdete Gitarre stechende und beißende oder undefinierbar knirschende, die sich als Celloknarzen entpuppen, wenn die Gitarre unvermutet erst einsetzt. Hier ist vieles trügerisch, aber man lauscht ja auch jenseits von Rot quasi unbefugt und auf eigene Gefahr. [ba 61 rbd]

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UDO SCHINDLER, free player of the soprano saxophone and bass clarinet in Wörthsee (Upper Bavaria) - joined here by Munich cellist MARGARITA HOLZBAUER and the Munich incomer, guitarist HARALD LILLMEYER, both ofthem crossover daredevils firm in the depths of newest and still nameless music
- doesn't let himself be stopped by anyone when his city lights have turned red: ROT (cs151). The three met through playing in the Munich Instant Orchestra.
Lillmeyer is the best-known among them having interpreted Scelsi or Riehm,guested with Ensemble Recherche and played with the electric-guitar-quintet GoGuitars. As far as extended techniques are concerned his partners are in no way behind him, which makes this suite of 15 improvisations scratch the guardrails of tonality with a bruitist and microtonal gusto which mellows the distinctions between acoustic and electric sounds generated by Lillmeyer, and even blurs those of the instrumental voices. Whatever the fingers might tickle or the mouth
may bubble, what lips may breathe, what the cello may bow or the plectrum scratch, can only be found out during concentrated listening. Yet right at the next moment, at the next breath, contrasts bubble up only to get right back into the river of sound, which the three impassioned wrong-way drivers always take against the current. Once a cello sounds solidly full-bodied it begins to fray at its fringes, once the music sounds sustained and soft the electronics scream its poison in or corrode a yawning hole inside the boom minimalist soundscape, having macro and micro voltages alternately hum along, sizzle or fly sparks. Into
jagged, scabby or laboriously smoothed-down sounds the estranged guitar enflames stinging or indefinably rustling sounds, which turn out to be the sigh of the cello, soon as the guitar surprisingly begins. Much is deceptive east of the ROT and you're listening unauthorized so to say and at your own risk.

[ba 61 rbd]
translation: stephen mc mahon
www.badalchemy.com
Bad Alchemy - Rigobert Dittmann
Franz-Ludwig-Str.11
D-97072 Würzburg


SCHINDLER / HOLZBAUER / LILLMEYER
rot
Creative Sources / Extraplatte / rec: 08
Udo Schindler (ss, bcl), Margarita Holzbauer (vc),
Harald Lillmeyer (g, e)
Von wenigen, charmanten Ausflügen in die etwas lautstärkere Nachbarschaft abgesehen, dominiert auf „rot“ stilles, konzentriertes Improvisieren. Von zart bis zerbrechlich reicht das Spektrum der feinen, fein ausgetüftelten Konstruktionen. Entstanden aus der Zusammenarbeit im Munich Instant Orchestra, versammeln sich die Einflüsse dieses Trios aus den – oft unterschiedlichen – Richtungen Kammermusik, Jazz, Experiment, Alter und zeitgenössischer E-Musik. Dieses weitläufige Gerinnsel stellen Schindler, Holzbauer & Lillmeyer elektronischen, präparierten, multi-phonischen und mikrotonalen Errungenschaften gegenüber. Und siehe da: Aus diesem multiplen, vielsprachig veranlagten Bastard entstehen wiederum neue Geschöpfe. Wachsen neue Klangflächen, auf denen die Durchdringungen und Durchmischungen fröhliche Urständ feiern. Diese hübsch hybride Musik funktioniert wie ein Kartenspiel: mischen, geben, spielen. Abheben nicht vergessen! (felix)

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Apart from occasional but nontheless charming excursions to more noisy pastures, the dominating trait of "rot" is calm, concentrated improvisation. The range of delicate and delicately worked structures covers a spectrum from gentle to fragile. Having worked together as members of the Munich Instant Orchestra, the influences of this trio converge here from the - often very different - genres of chamber music, jazz, experimentation, ancient and comtemporary art music. Schindler, Holzbauer & Lillmeyer contrast this generic conglomerate with electronic, prepared, multiphonic and microtonal accomplishments. And, as if by magic, this multiple, polylingually inclined mongrel brings forth new creations. New areas of sound are formed, and on these the pervasions and blends resurface once more. This cutely hybrid music functions like a game of cards: shuffle, deal, play. But don't forget to cut.
translation: stephen mc mahon
freistil#23
www.freistil.klingt.org
freistil, andreas fellinger
eferdinger str.9, a-4600 wels


schindler/holzbauer/lillmeyer – rot
Das Trio aus Wörthsee sieht sich selbst an den ‚Abgründen und Untiefen neuester und namenloser Musik’, was schon mal für Spannung sorgt. Mit sopransaxophon, Bassklarinette, Violoncello, E-Gitarre und Elektronik erzeugen sie dabei eine ungewöhnliche Mischung aus freiem Jazz, und experimentell-zeitgenössischer Musik, die man vielleicht am ehesten als improvisierte Kammermusik bezeichnen könnte.

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The trio from Wörthsee perceive themselves as being 'close to the depths and abysses of the newest music for which a name has yet to be found', and already we're on the edge of our seats. The combination of soprano saxophone, bassclarinet, violoncello, electric guitar and electronics creates an unusual mix of free jazz and experimentally contemporary music which is probably best described as improvised chamber music.
translation: stephen mc mahon

in münchen, Nr.4 / Do 5.2. - Mi 18.2.2009, HEIMSPIEL – Platten aus München SCHINDLER/HOLZBAUER/LILLMEYER


„rot“
Bewertung: 4 von max.5 Punkten

Unspektakulär und doch unüberhörbar entwickelt sich die Musik dieses Trios. Man wird aufmerksam, ohne penetrant mit Klanginformationen dafür geweckt zu werden. Sich manifestieren, artikulieren und verschwinden: Eine Musik, die andockt, aber nicht Besitz ergreift. Schindler, Holzbauer und Lillmeyer haben sich aus ihrer Zusammenarbeit im Munich Instant Orchester kennengelernt. Im Trio erforschen sie die faszinierenden Unendlichkeiten zwischen Kammer-musik und Geräusch. Die 14 Tracks sind zwischen zwei und fünf Minuten lang und haben keine Titel. Doch erscheint einem das Album wie aus einem Guss. Man kann die Tracks durchhören wie eine suite, die sich aus kleinsten Partikeln, wundersamen Sounds und überraschenden Verquickungen fort-laufend zusammensetzt. Die drei Musiker nehmen sich alle Zeit. Sie werden nicht von der Absicht erdrückt, etwas bieten zu müssen. Konzentriert und spielerisch bewegen sie sich in ihrem elektro-akustischen Kosmos. Die Musik ereignet sich wie ein unmerklicher Schneefall, was nicht die potenzielle Romantik meint, sondern die Leichtigkeit der Struktur. Klänge verhalten sich wie Flocken, die sich in unentwegt wechselnden Korrelationen bewegen und verändern, bis in die stabile Anordnung von Materie (Siedlung, Natur) absorbiert werden.

Pb./Pirmin Bossart
JAZZ’N’MORE 2/2009 März/April (www.jazznmore.ch)SCHINDLER/HOLZBAUER/LILLMEYER

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" rot"
Rating: 4 out of max. 5 points
The way in which the music of this trio develops is unspectacular and nonetheless unmistakeable. You notice it without having your attention drawn to it by sound information. It makes its presence felt, articulates itself and then disappears; music that takes hold without taking over. Schindler, Holzbauer and Lillmeyer first met when they performed together as members of the Munich Instant Orchestra. As a trio, they delve into the fascinating infinities between chamber music and noise. Each of the 14 tracks is between two and five minutes in length; none have titles. To the listener, however, the album still seems to be completely rounded. You can listen to the tracks like a suite which forms and re-forms itself from the tiniest of particles, wondrous sounds and surprising fusions. The three musicians take their time. They are not overwhelmed by an intention which forces them to offer something. They move in a concentrated and playful way in their electro-acoustic cosmos. The music falls gently like snow, by no means in the romantic sense, but rather with regard to the lightness of its structure. Sounds behave like snowflakes that move and change in continuously varying correlations until they are absorbed into the stable order of matter (buildings, nature).

Pb./Pirmin Bossart - Translation: Stephen McMahon
JAZZ'N'MORE 2/2009 March/April (www.jazznmore.ch)


Interaktives Klangabenteuer kleiner Klassiker
Mal mit geballter Energie, mal in entrückter Ferne: Ein Musiker mit zwei sehr unterschiedlichen CDs
...Udo Schindler auf der CD „Kleiner Klassiker“...Anders ist es auf der CD „rot“ deren 15 Passagen einfach durchnumeriert sind. Es ist eine Auswahl von Experimenten, aufeinander zu reagieren. Mit der Cellistin Margarita Holzbauer ist eine klangliche Ausrichtung eingeschlagen, die größere Einfühlsamkeit verlangt und sich der Neuen Musik stärker verpflichtet als dem Freejazz. Harald Lillmeyer, Dozent für Gitarre und Neue Musik an der Musikhochschule München, versteht es wie Holzbauer, seinem Instrument überraschende Klänge zu entlocken, die mit sparsamer und gezielt eingesetzter Elektronik von Hörgewohnheiten entrückt. War Schindler auf der vorherigen CD die dominierende Kraft, zieht er sich hier im Trio mit Sopransaxophon und Bassklarinette in räumliche Fernen zurück. Unkonventionelle Spieltechniken kontrastiert mit Minimalismen kommentieren aus schwer greifbaren Sphären das Geschehen. Umso überraschender dann seine kraftvollen Einwürfe, die sich mit plastischer Präsenz geradezu aufdrängen. Eine Musik, die wenig mit passiv konsumierbarer Unterhaltung zu tun hat, doch ein fesselndes Klangabenteuer bietet.
Reinhard Palmer – Süddeutsche Zeitung STA Nr.53, 05.03.2009Interactive sound adventure of little classics
At times full of energy, at other times completely distant: A musician with two very different CDs

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… Udo Schindler on the CD ‘Kleine Klassiker’… This is quite different from the CD "rot" where each of the 15 passages simply has a number. It is a collection of experiments about reacting to each other. Together with the cellist Margarita Holzbauer, they have taken a tonal change of direction which requires more empathy and which pledges itself more to new music than to free jazz. As in the case of Holzbauer, Harald Lillmeyer, tutor for guitar and new music at the Munich Academy of Music, understands how to extract surprising sounds from his instrument, the few and targeted electronic elements painting a very different picture for the listener. Whereas Schindler was the dominating force on the previous CD, he now withdraws into the distance with his soprano saxophone and bass clarinet. From barely palpable spheres, unconventional playing techniques and contrasting minimalisms punctuate the action with comments. His powerful interjections which impose themselves on us with their graphic presence come as an even greater surprise. This is music which has little to do with passively consumable entertainment; instead, it offers a gripping sound adventure.

Reinhard Palmer - Translation: Stephen McMahon
Süddeutsche Zeitung STA No.53 – 5 March 2009


schindler/holzbauer/lillmeyer
» rot«
Arch.Musik/creative sources recordings
Kammermusikalische Raumgerüste stellen Zusammenhänge her, wo vorher keine waren, machen Dinge und Beziehungen hörbar, die ohne diese Drei-Personen-Umrahmung nicht wahrnehmbar wären. Rückwärts gelesen offenbart der Albumtitel »rot« die wahre Bedeutung dieser kraftschlüssigen Verbindungen. Sie stellen ein Tor dar zu einem Rotationsprofil: Aufgespannt und gekonnt nachjustiert mittels Sopransaxofon, Bassklarinette, Violoncello, E-Gitarre und Electronics und ihren wechselseitigen Durchdringungen. Auf höchst artifiziellem Gelände wird durch bauliche Überformungen ein Ineinanderfließen perpetuiert, das jegliches regelgebundenes Verfahren auszuschließen scheint. Eine Unterscheidung von Figur und Grund ist nicht mehr möglich, trotzdem verlieren die fünfzehn polyvalenten Gestalten niemals an Autonomie. Diese Vertonungen stellen emanzipatorische Bemühungen um eine Ortsunabhängigkeit und Bodenferne dar, nach einer guten Stunde wird das Tor zu diesem tonalen Antipoden-Atrium bis auf weiteres wieder geschlossen.

MICHAEL-FRANZ WOELS – skug79schindler/holzbauer/lillmeyer

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" rot"
Arch.Musik/creative sources recordings
Chamber music spatial frameworks produce connections where there was once nothing at all; they make things and relationships audible which would have been imperceptible without this three-person frame. And it is this tighly coupled (or should we say "tripled"?) connection that gives the album "rot" true significance. The musicians give the listener access to a rotational profile which is fixed and skilfully realigned using the sounds of the soprano saxophone, bass clarinet, violoncello, eletric guitar and electronics. Across highly artificial terrain, structural overlaying perpetuates a flow which appears to eliminate all observance of rules and regulations. It is impossible to distinguish the figure from the base, but regardless of this, the fifteen polyvalent guises never lose their autonomy. These musical settings represent an emancipatory effort to achieve spatial liberty and distance from the ground, and after just over an hour the gateway to this tonal antipodean atrium is closed once again until we choose to reopen it.

Translated by Stephen McMahon
MICHAEL-FRANZ WOELS – skug79


Udo Schindler/Margarita Holzbauer/Harald Lillmeyer
Rot - Creative Sources CD
A trio of soprano saxophone/bass clarinet, cello and guitar/electronics, woven into something that threatens here and there to break out into some harsh freebop groove, but manages instead to maintain a discipline and focus that gradually elides the differences between the instruments and generates a group sound. The 15 tracks are mostly short, but unlike many Improv CDs where such a programme would dissolve into a long continuous piece, these are very distinct performances, each with a definite premise and sonic destination.
THE WIRE April 2009 – Adventures In Modern Music
Jazz & Improv, Reviewed by Brian MortonUdo Schindler/Margarita Holzbauer/Harald Lillmeyer
Rot - Creative Sources CD

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Ein Trio aus Sopransaxophon/Bassklarinette, Cello und Gitarre/Elektronik, verwoben mit etwas, das hie und da droht zu einem schroffen Freebop-Groove zu werden. Statt dessen hält es eine Disziplin und Konzentration, die nach und nach die Unterschiede zwischen den Instrumenten verschwimmen läßt und einen Gruppenklang hervorbringt. Die 15 Stücke sind meist kurz, doch anders als auf vielen Improvisations-CDs , wo ein solches Programm zu einer langen, kontinuierlichen Aufführung verschwimmen würde, hören wir hier sehr unterschiedliche Stücke –
jedes mit einer klaren Vorgabe und klanglichem Ziel.
ü bersetzung: Dr. Stephan Richter

THE WIRE April 2009 – Abenteuer in Zeitgenössischer Musik
Jazz & Improv, besprochen von Brian Morton


Rot,
if you haven't guessed by now, is saturated with the trio's ability to unlearn traditional tactics (which must be hard, as all are award winning, formally trained veterans) and speak in other-worldly tongues. Similar to a Paul Klee image (i.e. The Tightrope Walker, Reconstruction t), the sophisticated nature and sublime, often spiritual, expression in these works isn't noticeable at a CD-skipping glance. However, an examination of the subtle internal critique and connectivity — personally and globally from artist to artist, track to track — reveals the prowess of this Tower of Babel. On "4:56" (track one), Holzbauer introduces the program with idiosyncrasy (a lyrical dip almost resembling a melody) and the most base of extended techniques, the sul ponticello t. Immediately, she objects by twisting her line with scratchy bowing, microtonality then hyperactivity. Schindler and Lillmeyer respond with the visual equivalent of controlling another's shadow, pulling the cellist's (ahem) strings via sly contortion and rumbling echo. The piece burgeons as Schindler moves to the foreground with fey, sustained baritone notes that cadence in harmonics; Lillmeyer opens his electronic tool kit and gently chafes his axe with bit-reduced filters. As clamorous as this appears on paper, the trio opts to garner attention, not through screaming, but by demanding the listener lean in (and rewind) to perceive the murmur. In other words, rot is more likely to push you into a lucid trance than cause ear fatigue.
By the same token, the fourth member of the group, silence, plays an indispensable role in the success of these pieces. Even at their relative loudest on the bent-pitch drones of "2:14" (track four), the wah-wah infested, bow-bouncing "1:49" (track seven) and the clanking, banging feedback of the closer, "4:14" (track fifteen), the group employs the grandest of pauses, permitting 1) an enigmatic, breath-holding allure 2) distinction of formal and gestural shifts 3) the musicians to gather their thoughts on the moment and authorize movement towards the most exciting outcome (which, somehow, always pans out during this hour-long journey into sound).
Throughout the disc, the trio inhabits this similar spectrum, holding to a manifesto of sorts, yet never running out of ideas; the obvious understanding they have with their instruments allows for never ending jump-off points — even with modest creaks, twitches and simple finger placement. Coalescing screeches, skittles, broken strums, multi-phonic conversations, plucks, manipulations and whispered apparitions, the group gracefully chisels out a logical, organic and musical experience, a hand book for anyone who dares delve into this turf.

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Rot, so es noch nicht erraten wurde, ist gesättigt mit der Fähigkeit des Trios traditionelle Taktiken zu verlernen (was mit einer gewissen Schwierigkeit verbunden sein muss, da alle ausgezeichnete und formal ausgebildete Musiker sind) und mit Zungen einer anderen Welt zu sprechen. Ähnlich einem Bild von Paul Klee (z.B. Der Seiltänzer, Rekonstruktionen) bemerkt man die raffinierte Bauweise und den sublimen, oft vergeistigten Ausdruck in diesen Arbeiten kaum bei einem Überfliegen der CD. Eine geneuere Untersuchung der subtilen inneren Kritik und Verbindungen der CD – persönlich und global, von Künstler zu Künstler, von Titel zu Titel – enthüllt die Pracht dieses Turms von Babel. Auf „4:56“ (erstes Stück), beginnt Holzbauer das Programm mit Eigenwilligkeit (einem lyrischen Fetzen, der fast an eine Melodie gemahnt) und der grundlegendsten aller „extended techniques“, dem sul ponticello. Aber sofort erhebt sie Gegenrede und verzerrt ihre Melodie mit kratzendem Bogen, Mikrotonalität, dann Hyperaktivität. Schindler und Lillmeyer antworten mit dem Gegenbild – des Nächsten Schatten zu bewachen – und bewegen die Saiten des Cellos durch verschlagene Verzerrung und rumpelndes Echo. Das Stück entfaltet sich, als Schindler in den Vordergrund rückt mit zarten lang anhaltenden Baritonnoten, die durch die Obertöne kadenzieren; Lillmeyer öffnet seine elektronischen Werkzeugkiste und beginnt behutsam seine Axt zu schleifen mit bitreduzierten Filtern. So lärmend sich dies auf dem Papier anhören mag: das Trio entscheidet sich dafür, Aufmerksamkeit nicht durch Schreie zu erwecken, sondern durch ihre Forderung an den Hörer sich einzulassen und aufzugehen im Flüstern. Mit anderen Worten: rot wird Sie eher in eine luzide Trance versetzen als Ihren Ohren Müdigkeit zu verursachen.
Aus dem gleichen Grund spielt das vierte Mitglied der Gruppe, die Stille, eine unabdingbare Rolle für den Erfolg dieser Stücke. Selbst in ihren lautesten Stellen – den tonhöhenverschobenen Drones von „2:14“ (Titel 4), dem Wah-Wah-verseuchten, bogensringenden „1:49“ (Titel 7) und den klirrenden, scheppernden Rückkoppelungen des Schlussstückes „4:14“ (Titel 15) – verwendet die Gruppe die ausladendsten Pausen und gestattet sich 1) einen rätselhaften atemberaubenden Charme, 2) die Unterscheidung formaler und gestischer Wechsel, 3) die Musiker sammeln ihre Gedanken im Moment und gestatten Bewegung hin zum aufregendsten Ergebnis (das, auf irgendeine Weise, immer wieder eintritt auf dieser eine Stunde währenden Reise in den Klang).
Im Verlauf der CD bewohnt das Trio dieses sich gleichende Spektrum, hält ein Manifest ab ohne je an Ideen Mangel zu zeigen; das offensichtliche Verständnis, das sie mit ihren Instrumenten verbindet, gestattet nie endenden Absprungpunkte – selbst wenn bescheidenes Knacken, Zerren oder einfache Fingersätze verwendet werden. Koalierende Ansprachen, Klangkegel, abgebrochene Anschläge, multiphonische Konversationen, zupfen, Manipulationen und geflüsterte Erscheinungen – diese Gruppe formt voller Grazie eine logische, organische und musikalische Erfahrung: ein Handbuch für jeden, der sich in diesem Gebiet zu versuchen wagt.

Ü bersetzung: Dr. Stephan Richter


Schindler/ Holzbauer/ Lillmeyer 
rot   (Creative Sources) 

There comes a time where, when confronted by John Cage, George Crumb or Derek Bailey's extended performance techniques, a young musician decides "I can do that". After several misguided compositions and hours of aimless floundering, he or she relents: this is something one might be able to achieve only after a sincere lifetime of dedication. Fortunately, guitarist Harald Lillmeyer, cellist Margarita Holzbauer and wind player (soprano sax and bass clarinet for this recording) Udo Schindler persevered in this sonic realm — one riddled with cliché and gambit — to achieve mastery over this advanced language.
Rot , if you haven't guessed by now, is saturated with the trio's ability to unlearn traditional tactics (which must be hard, as all are award winning, formally trained veterans) and speak in other-worldly tongues. Similar to a Paul Klee image (i.e. The Tightrope Walker, Reconstruction t), the sophisticated nature and sublime, often spiritual, expression in these works isn't noticeable at a CD-skipping glance. However, an examination of the subtle internal critique and connectivity — personally and globally from artist to artist, track to track — reveals the prowess of this Tower of Babel. On "4:56" (track one), Holzbauer introduces the program with idiosyncrasy (a lyrical dip almost resembling a melody) and the most base of extended techniques, the sul ponticello t. Immediately, she objects by twisting her line with scratchy bowing, microtonality then hyperactivity. Schindler and Lillmeyer respond with the visual equivalent of controlling another's shadow, pulling the cellist's (ahem) strings via sly contortion and rumbling echo. The piece burgeons as Schindler moves to the foreground with fey, sustained baritone notes that cadence in harmonics; Lillmeyer opens his electronic tool kit and gently chafes his axe with bit-reduced filters. As clamorous as this appears on paper, the trio opts to garner attention, not through screaming, but by demanding the listener lean in (and rewind) to perceive the murmur. In other words, rot is more likely to push you into a lucid trance than cause ear fatigue.
By the same token, the fourth member of the group, silence, plays an indispensable role in the success of these pieces. Even at their relative loudest on the bent-pitch drones of "2:14" (track four), the wah-wah infested, bow-bouncing "1:49" (track seven) and the clanking, banging feedback of the closer, "4:14" (track fifteen), the group employs the grandest of pauses, permitting 1) an enigmatic, breath-holding allure 2) distinction of formal and gestural shifts 3) the musicians to gather their thoughts on the moment and authorize movement towards the most exciting outcome (which, somehow, always pans out during this hour-long journey into sound).
Throughout the disc, the trio inhabits this similar spectrum, holding to a manifesto of sorts, yet never running out of ideas; the obvious understanding they have with their instruments allows for never ending jump-off points — even with modest creaks, twitches and simple finger placement. Coalescing screeches, skittles, broken strums, multi-phonic conversations, plucks, manipulations and whispered apparitions, the group gracefully chisels out a logical, organic and musical experience, a hand book for anyone who dares delve into this turf.

Dave Madden 2009-05-07

The Squid's Ear, 160 Bennett Ave, Suite 6K, New York, NY 100
Schindler/ Holzbauer/ Lillmeyer 
rot  (Creative Sources) 

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Es gibt Zeiten, da beschließt ein junger Musiker - konfrontiert mit John Cage, George Crumb oder Derek Baileys erweiterten Spieltechniken . “Das kann ich auch!”. Nach einigen fehlgegangenen Kompositionen, nach Stunden ziellosen Herumzappelns, gibt er oder sie auf: dies ist etwas, das man möglicherweise erst nach einem Leben ernsthafter Hingabe erreichen wird. Glücklicherweise bestehen der Gitarrist Harald Lillmeyer, die Cellistin Margarita Holzbauer und der Bläser Udo Schindler (hier auf Sopransaxofon und Bassklarinette zu hören) auf diesem Gebiet – einem, das von Klischees und Bauernopfern wimmelt – und erreichen vollständige Meisterschaft in dieser fortgeschrittenen Sprache.
Rot, so es noch nicht erraten wurde, ist gesättigt mit der Fähigkeit des Trios traditionelle Taktiken zu verlernen (was mit einer gewissen Schwierigkeit verbunden sein muss, da alle ausgezeichnete und formal ausgebildete Musiker sind) und mit Zungen einer anderen Welt zu sprechen. Ähnlich einem Bild von Paul Klee (z.B. Der Seiltänzer, Rekonstruktionen) bemerkt man die raffinierte Bauweise und den sublimen, oft vergeistigten Ausdruck in diesen Arbeiten kaum bei einem Überfliegen der CD. Eine geneuere Untersuchung der subtilen inneren Kritik und Verbindungen der CD – persönlich und global, von Künstler zu Künstler, von Titel zu Titel – enthüllt die Pracht dieses Turms von Babel. Auf „4:56“ (erstes Stück), beginnt Holzbauer das Programm mit Eigenwilligkeit (einem lyrischen Fetzen, der fast an eine Melodie gemahnt) und der grundlegendsten aller „extended techniques“, dem sul ponticello. Aber sofort erhebt sie Gegenrede und verzerrt ihre Melodie mit kratzendem Bogen, Mikrotonalität, dann Hyperaktivität. Schindler und Lillmeyer antworten mit dem Gegenbild – des Nächsten Schatten zu bewachen – und bewegen die Saiten des Cellos durch verschlagene Verzerrung und rumpelndes Echo. Das Stück entfaltet sich, als Schindler in den Vordergrund rückt mit zarten lang anhaltenden Baritonnoten, die durch die Obertöne kadenzieren; Lillmeyer öffnet seine elektronischen Werkzeugkiste und beginnt behutsam seine Axt zu schleifen mit bitreduzierten Filtern. So lärmend sich dies auf dem Papier anhören mag: das Trio entscheidet sich dafür, Aufmerksamkeit nicht durch Schreie zu erwecken, sondern durch ihre Forderung an den Hörer sich einzulassen und aufzugehen im Flüstern. Mit anderen Worten: rot wird Sie eher in eine luzide Trance versetzen als Ihren Ohren Müdigkeit zu verursachen.
Aus dem gleichen Grund spielt das vierte Mitglied der Gruppe, die Stille, eine unabdingbare Rolle für den Erfolg dieser Stücke. Selbst in ihren lautesten Stellen – den tonhöhenverschobenen Drones von „2:14“ (Titel 4), dem Wah-Wah-verseuchten, bogensringenden „1:49“ (Titel 7) und den klirrenden, scheppernden Rückkoppelungen des Schlussstückes „4:14“ (Titel 15) – verwendet die Gruppe die ausladendsten Pausen und gestattet sich 1) einen rätselhaften atemberaubenden Charme, 2) die Unterscheidung formaler und gestischer Wechsel, 3) die Musiker sammeln ihre Gedanken im Moment und gestatten Bewegung hin zum aufregendsten Ergebnis (das, auf irgendeine Weise, immer wieder eintritt auf dieser eine Stunde währenden Reise in den Klang).
Im Verlauf der CD bewohnt das Trio dieses sich gleichende Spektrum, hält ein Manifest ab ohne je an Ideen Mangel zu zeigen; das offensichtliche Verständnis, das sie mit ihren Instrumenten verbindet, gestattet nie endenden Absprungpunkte – selbst wenn bescheidenes Knacken, Zerren oder einfache Fingersätze verwendet werden. Koalierende Ansprachen, Klangkegel, abgebrochene Anschläge, multiphonische Konversationen, zupfen, Manipulationen und geflüsterte Erscheinungen – diese Gruppe formt voller Grazie eine logische, organische und musikalische Erfahrung: ein Handbuch für jeden, der sich in diesem Gebiet zu versuchen wagt.

Ü bersetzung: Dr. Stephan Richter
Dave Madden 2009-05-07 -The Squid's Ear, 160 Bennett Ave, Suite 6K, New York, NY 10040


UDO SCHINDLER / MARGARITA HOLZBAUER / HARALD LILLMEYER – Rot
Classily rigorous, probing improvisations for soprano sax/bass clarinet (Schindler), cello (Holzbauer) and electric guitar/electronics (Lillmeyer). More oriented towards the archetypes of XX-century chamber music than your average CS release, Rot is distinguished by the considerable methodological preparation of all participants. Preparations, in another sense, are also utilized on the instruments to generate a hybrid electroacoustic connectivity whose transcendence rate is to be determined via its balanced investigational ramifications, often hiding behind silence, thus eliciting a mood of enigmatic mystery in various tracks. Specifically, Schindler is a dispassionate dispenser of pragmatic countermeasures whenever the collective need arises, his firm statements and sudden deviations freshening the air even in the (rare) cluttered sections. Holzbauer is as supportive as remarkably delicate, extracting individual reminders and caveats from the cello in a kind of visionary discipline. Lillmeyer’s six-stringed inventions make him appear loyal yet slightly noncompliant, an ideal partner for the depiction of defaced prototypes. The record definitely does not belong to the iPod-on-the-beach category but after three spins everything is falling in place, working impeccably. Speakers in a silent setting highly recommended.

Massimo Ricci, TEMPORARY FAULT - Sunday, 14 June 2009

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UDO SCHINDLER / MARGARITA HOLZBAUER / HARALD LILLMEYER – Rot
Klassisch strenge, suchende Improvisationen für Sopransaxofon/ Bassklarinette (Schindler), Cello (Holzbauer), und elektrische Gitarre/Elektronik (Lillmeyer). Die CD orientiert sich eher an den Archetypen der Kammermusik des 20. Jahrhunderts als andere CS-Veröffentlichungen, vor allem unterscheidet sich Rot in der beachtlichen methodischen Vorbereitung aller Beteiligten. Präparationen in einem anderen Sinn nützen sie auf ihren Instrumenten, um eine hybride elektroakustische Verbindung herzustellen, deren Transzendenzrate durch ihre ausgewogenen Untersuchungsauswirkungen bestimmt wird, die sich oft hinter Stille verstecken und so auf mehreren Tracks eine Stimmung rätselvollen Geheimnisses hervorbringen. Genauer gesagt ist Schindler ein nüchterner Verteiler pragmatischer Gegenströmungen, wann immer es dem Kollektiv nützt, seine selbstbewussten Beiträge und überraschenden Gegenmeinungen erfrischen die Luft selbst in den wenigen spannungsärmeren Teilen. Holzbauer unterstützt, ist dabei aber bemerkenswert feinsinnig und entlockt dem Cello eigensinnige Mahnungen und Einsprüche in einer Art visionärer Disziplin. Lillmeyers sechssaitige Erfindungen lassen ihn loyal wirken, doch leicht abweichlerisch, der ideale Partner um entwertete Vorbilder darzustellen. Die Platte gehört eindeutig nicht in die iPod-am-Strand Kategorie, aber nach dreimaligem Hören fügt sich alles zusammen und funktioniert einwandfrei. Lautsprecher und eine stille Umgebung sind sehr empfohlen.

Übersetzung: Dr. Stephan Richter
Massimo Ricci, TEMPORARY FAULT - Sunday, 14 June 2009


Das Trio 'schindler / holzbauer / lillmeyer' entwickelte sich aus der Zusammenarbeit im 'Munich Instant Orchestra'. Die improvisierte Kammermusik der drei Musiker ist geprägt u.a. durch die Konfrontation der jeweiligen musikalischen Ursprünge der Spieler (freier Jazz, alte, experimentelle und zeitgenössische Musik), der Gegenüberstellung elektronischer und akustischer Klänge, erweiterter Spieltechniken (Multiphonics, Mikrotonalität, Präparierungen, elektronische Klanggestaltung) und der Nichtidentifizierbarkeit der Klangerzeuger.
Der Improvisationsansatz reicht von kaum wahrnehmbaren, subtilen bis zu hoch-energetischen Soundereignissen.
Udo Schindler: soprano saxophone, bassclarinet
Margarita Holzbauer: violoncello
Harald Lillmeyer: electric guitar, electronics
Im Dezember 2008 erschien bei creative sources, www.creativesourcesrec.com, ihre erste gemeinsame CD: 'rot' [cs 151]
www.arch-musik.de

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"schindler / holzbauer / lillmeyer" is a trio that was formed following the musicians' successful collaboration as members of the 'Munich Instant Orchestra'. Defining influences for their improvised chamber music include the confrontation of the players' respective musical roots (free jazz, ancient, experimental and contemporary music), electronic and acoustic sounds, augmented playing techniques (multiphonics, microtonality, preparations, electronic sound design) and the masking and pseudo-concealment of a sound's origins.
The improvisation result ranges from barely audible, through subtle to highly energetic sound events.
Udo Schindler: soprano saxophone, bassclarinet
Margarita Holzbauer: violoncello
Harald Lillmeyer: electric guitar, electronics
In December 2008, the 'creative sources' label, www.creativesourcesrec.com, published their first CD: 'rot' [cs 151]

translation: stephen mc mahon
www.arch-musik.de


Margarita Holzbauer
Geboren in München. Cellistin, Gambistin, Improvisatorin. Violoncellostudium bei Jan Polasek am Münchner Richard-Strauss-Konservatorium. Konzerttätigkeit u.a. bei den Münchner Philharmonikern, den Münchner Bachsolisten, dem Münchner Residenzorchester und dem Münchner Bachorchester. Studium Viola da Gamba und Barockcello an der Staatl. Hochschule für Musik in Trossingen bei Prof. Philippe Pierlot und am Conservatorio di Musica " E.F.Dall ´ Abaco " in Verona bei Prof. Alberto Rasi.
Studium "Freie Improvisation" an der Hochschule für Musik in Basel ( W. Fähndrich, C.Baumann, P.Frey). Internationale Konzerttätigkeit, interdisziplinäre Projekte (Kammerspiele München) und Lehrtätigkeit.
MunichInstantOrchester, Duo schindler+holzbauer, akustronik…

Harald Lillmeyer
geb. 1959 in Essen, Gitarrestudium an der Folkwang Hochschule in Essen und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Wien. Zusätzlich "Neue Musik" an der Hochschule für Musik in Karlsruhe und "zeitgenössische Kammermusik" an der Folkwang Hochschule.
Er konzertiert als Solist, [Debut 1985, Wittener Tage für neue Kammermusik, G.Scelsi: KO-THA (UA aller drei Sätze)], im Gitarrenduo "Susanne Hilker/Harald Lillmeyer", im Ensemble "GO GUITARS", "Trio ImPuls", ist Gitarrist des "Xsemble München" und spielte als Gast des "ensemble recherche".
Im SWR - Symphonieorchester und im Symphonieorchester des BR spielte er unter der Leitung von: Peter Eötvös (Stockhausen), Michael Gielen (Boulez, Spahlinger), Martyn Brabbins (Neuwirth, Henze), Rupert Huber (Scelsi), Lorin Maazel (Mahler), Sylvain Cambreling (Globokar, Barraqué), Peter Rundel (Richter de Vroe), Daniel Harding (A.Berg), Hans Zender (B.A.Zimmermann)
Mariss Jansons (Mahler) u.a.
1981 war er Preisträger beim Internationalen Gitarrenwettbewerb in Mettmann, erhielt 1988 den Folkwang-Förderpreis im Gitarrenduo, 1991 als Mitglied des Xsemble München den Förderpreis der Stadt München und 2001 mit "GO GUITARS" das Musik- Stipendium der Stadt München.
Konzerte gab er u.a. beim Schleswig-Holstein-Musikfestival, der Biennale München, Akademie der Künste Berlin, Dublin Guitar Week, Lateinamerika-Tournee (Goethe-Institut).
Rundfunkaufnahmen (BR, HR, SWR, WDR, RBB)
CDs (Gesamteinspielung der Kompositionen für Gitarre von Rolf Riehm)
Seit 1985 Dozent für Gitarre, Kammermusik und Neue Musik an der Hochschule für Musik/München
Trio GO GUITARS + schindler/holzbauer/lillmeyer, MunichInstantOrchester, akustronik…


Udo Schindler
Geb. 1952 in Zirndorf
Schwerpunkt: improvisierte + zeitgenössischer Musik, Avantgarde-Jazz
Instrumente: es-, b-+Baßklarinette, Sopran-+Tenorsaxophon, Flöte
(Kornett, Akkordeon, Gitarre, Schlagzeug)
In den 70er Jahren im fränkischen Raum als als Rock- +Rockjazzmusiker (Gitarre, Drums + ab 75 Saxofon + Flöte). Flötenstudium am Konservatorium Nürnberg + Architektur an der TU München, dann Schwerpunkt Architektentätigkeit. In den 90ern Hinwendung zur Neuen Musik (Gründung ARCH.ENSEMBLE) + improvisierter Musik (SCHINDLER.INTERFERENZ.3). Konzentration auf Klangforschungen am Instrument (Sopran-+Tenorsax, Flöte) + Theaterarbeit (auch eigene Projekte - Regie, Darsteller, Musiker+Komponist)
In den letzten Jahren Intensivierung der Solo-+Duoprojekten als Option großen klanglichen Freiraums für Improvisation + Einbeziehung der Klarinettenfamilie.
Auftritte auf Festivals Neuer Musik (musica viva, Klangaktionen...), Jazz, experimenteller Musik, Theater, Literatur
Konzerte in Italien, Tschechien, Belgien, Österreich, Frankreich, Rumänien, Italien, Schweiz
Kooperationen mit E.H-Guantes, H.Bergmann, U.Helmholz, G.Hemingway, G.Janker, K.Treuheit, E.Prevost, S.Tramontana, HH Biswurm, Z.Babel, W.Gruber, M.Tiberian, J.Solothurnmann, M.Mitchell, 48nord, A.Vapirov, GO GUITARS, C.Radtke, O.Volquartz, C.Irmer, G.Wissel, K.Füger u.a..
Aktuelle Projekte: schindler/holzbauer/lillmeyer, schindler+richter, WORTSCHALL, schindler/bergmann, schindler/treuheit , schindler/pretzel/wolf, schindler+holzbauer, schindler+radtke, akustronik, munich instant orchestra
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Schinder/Holzbauer/Lillmeyer
Rot
Creative Sources CS 151 CD
Trio Hot / Jink / Nemu Records 008
Utilizing two strings and one woodwind, a recital formation favored by Schubert and Debussy – and in jazz by Jimmy Giuffre – each of these ensembles brings unique, ambitious strategies to the resulting blend. Both paths are valid, with the divergence mostly related to preferences for acoustic over electronic interface or vice versa, and of the improvisations clinging to remnants of the song form verses a commitment to absolute abstraction.
Both CDs were recorded at approximately the same time and both trios are made up of musicians of approximately the same age and German background – except for Trio Hot’s Belgian bassist Peter Jacquemyn. Senior improviser of the bands is Theo Jörgensmann, who plays G-Low or basset clarinet. He has recently been involved with bands filled out by the Polish bass-and-drum playing Oles´ brothers. Member at various times of drummer Andrea Centazzo’s Mitteleuropa Orchestra and flugelhornist Franz Koglmann’s Pipetet, as long as 30 years ago he organized an all-clarinet ensemble. Trio Hot is filled out by Jacquemyn, who creates dance projects and improvises with the likes of violinist Gunda Gottschalk and saxophonist Jeffrey Morgan when not working as a sculptor; and Köln-based violinist/violist/vocalist Albrecht Maurer. Adapting modern techniques to period instruments in other contexts, Maurer’s improvisational work includes membership in bassist Kent Carter’s trio.
Rot’s participants are all Munich-based. Lecturer in guitar and New music at the Richard Strauss Conservatory and at the University of Music and Performing Arts, Harald Lillmeyer is also a member of the Go Guitars ensemble and has played so-called classical music. So has cellist Margarita Holzbauer, as well as having an involvement in sound installations, film and theatre music and improvisation. Like Trio Hot, this formation’s senior member is also a reedist: soprano saxophonist and bass clarinetist Udo Schindler. Involved with self-invented techniques to enlarge the limits of reed sounds, he has worked with Go Guitars plus improvisers such as trombonist Sebi Tramontana.
Schindler’s research extends to the integration of electronic media in performance, and on the 14 untitled pieces here, the contrapuntal mating of his reed plus Holzbauer’s squeaks or plucks – sometimes lyrical, but more frequently powerful and abrasive – add the requisite shading when the others’ unconnected timbres approach chiaroscuro and threaten to remain understated to the point of inaudibility.
More notable are when sul tasto patterning as well as below-the-bridge spiccato from the cellist bring out connective responses from the guitarist and reedist. At one point, for example, that strategy causes Lillmeyer to put aside folksy strumming for sudden bursts of feedback and Schindler to mutate his blowing into a cyclone of intermittent peeps and continuously breathed trills.
Elsewhere, Lillmeyer’s outer-space-like oscillations meet up with quivering bass clarinet split tones forced from the bell with intense overblowing, as the cellist accompanies the others with harmonics. Honking reed altissimo trills and basso sul tasto cello actions entwine contrapuntally until the crackling pulses push the program into silence. Klangfarbenmelodie is often apparent along with the polyphonic tone variants that encompass wobbly, staccato or fortissimo tones. Juicy reverb and echoing whistles from the reedist; shuffle-bowed ricocheting lines and hammering against wood and strings from the cellist, and blustery drones and processed electronics pulses show up singly or in triple counterpoint as well.
Similar multi-directional textures appear on Jinx, with Jörgensmann’s unusually low-pitched straight clarinet trills, Jacquemyn’s string-bass methodology plus Maurer’s versatility when he appends wordless countertenor cries to his violin work on show.
That tandem correlation is used to good effect on “Angelity”, when lyricism results due to string multiphonics and Maurer’s semi-scatting. Coloratura clarinet tones and scrubbed bass stopping then mate the dissonant to the dreamy. This cohesion contrasts with “Setting Up The Market” with both string-players snapping and popping their catgut as Jörgensmann’s top-of-range coloring somewhat resembles shrill nose-blowing. With timbres splaying every which way, including extended fiddle staccato and reed-biting trills, the title tune seems to include some of the pitch-sliding layering of “Parisian Thoroughfare”, including call-and-response vamps from the clarinetist and Maurer.
That Bud Powell-penned jazz classic isn’t formally acknowledged here, however the deconstruction of another famous composition by a bop pianist – Thelonious Monk’s “Round Midnight” – is. Beginning with legato string sweeps from Maurer, double bass smacks and single-line clarinet trills and peeps, it’s apparent that these high-pitched counter measures are variation on the as-yet unstated theme. Cutting through the inchoate interludes, Jörgensmann blows a neo-romantic variant joined by chromatic sweeps from Maurer. When the andante walking bass lines appears so does the melody. Still the familiar theme is exposed in a less-than-straightforward manner with Jacquemyn slapping bongo-like on the bull fiddle’s wood, Maurer strumming and picking and Jörgensmann spluttering mercurially.
Fine examples of mature Euro-Improv trio sessions, the usual evasive and derogative meanings of Jink and Rot are not proper descriptions for these sessions.
-- Ken Waxman
Track Listing: Jink: 1. Straight Into 2. You Zuo 3. Zoo on the Road 4. Round Midnight 5. Jink 6. Angelity 7. Setting Up The Market 8. Dax Dance 9. Gesture Talk 10. Stop And Go And Run 11. Zbiggery 11. After All
Personnel: Jink: Theo Jörgensmann (G-Low clarinet); Albrecht Maurer (violin and voice) and Peter Jacquemyn (bass and voice)
Track Listing: Rot: 1. 4:56 2. 4:33 3. 4:06 4. 2:13 5. 3:43 6. 4:26 7. 1:49 8. 5:50 9. 2:18 10. 4:22 11. 4:42 10. 1:17 13. 4:06 14. 7:45 15. 4:14
Personnel: Rot: Udo Schindler (soprano saxophone and bass clarinet); Harald Lillmeyer (guitar and electronics) and Margarita Holzbauer (cello)
August 13, 2009
www.jazzword.com